Lösungsansätze für eine klimaneutrale Energieversorgung von Quartieren

Zusätzlich zu den beiden konkreten Planungen und der Umsetzung von klimaneutralen Quartieren in Stuttgart und in Überlingen werden in diesem Arbeitspaket generell Lösungsansätze für Klimaneutralität in Wohnquartieren zusammengestellt und für unterschiedlichen Quartierstypen bewertet.

Wir verstehen unter klimaneutraler Energieversorgung der beiden Stadtquartiere 2050, dass die freigesetzten Treibhausgase der für den Gebäudebetrieb (Wärme- und Stromversorgung inkl. Nutzerstrom) im Quartier verwendeten Energieträger in der Jahresbilanz null ergeben. Die Treibhausgase werden gemäß ihrer Wirkung in COumgerechnet (CO-Äquivalent) und durch technische Kompensation substituiert. Zur Kompensation können auch Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, durch die Treibhausgas-Emissionen an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden, z.B. durch Export von im Quartier erzeugter überschüssiger Wärme oder Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Alternativ kann auch extern produzierter CO2-neutraler Strom in Anrechnung gebracht werden.

Der Fokus liegt auf Wohngebäude und städtische Quartieren. Bestandsgebäude werden ggf. als unsaniert, aber auch über Teilsanierungen und Komplettsanierungen einbezogen.

 

Bearbeitungstand

Zu Beginn konzentrierten sich die Arbeiten auf die Definition von Quartierstypen. Basierend auf den Arbeiten von M. Blesl (Universität Stuttgart) in Verbindung mit der IWU-Gebäudetypologie wurden unterschiedliche Wohnquartierstypen aus passenden Gebäudetypen zusammengestellt. Der Energieverbrauch der Gebäudetypen soll mit dem Computertool District Energy Concept Adviser (Energiekonzept-Berater für Stadtquartiere) des Fraunhofer IBP ermittelt werden, welches erweitert um Strom- und Wärmelastprofile je Quartierstyp eine Dimensionierung von zentralen Versorgungseinheiten und Speichern ermöglicht.

Mehr als 20 verschiedene zentrale und dezentrale Wärmeerzeuger und Wärmeerzeugerkombinationen wurden zusammengestellt, die derzeit in Kombination mit unterschiedlichen Stromversorgungen als Lösungsansätze bewertet werden. Die Bewertung der Versorgungskonzepte erfolgt unter den Gesichtspunkten Zukunftsfähigkeit (potenzieller Lock-in), Erweiterbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit, Übertragbarkeit, Resilienz gegenüber dem Klimawandel und Netzdienlichkeit.

 

Bereits erhältliche Projektergebnisse

Noch keine.


  

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